Corona bremst Osnabrücker Immobilienmarkt ein, aber nicht aus

Eine Einschätzung von Karl-Heinz Pricking, Geschäftsführer der Givos GmbH.

Der Immobilienmarkt in ganz Deutschland hat nach dem erwarteten Eintreffen der Coronakrise aus Fernost eine veritable Vollbremsung hingelegt und zurzeit bundesweit die Vermittlung sowie die Vermarktung von privaten wie gewerblichen Immobilien nahezu zum Stillstand gebracht.

Inzwischen schränken Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nahezu das gesamte öffentliche, soziale und wirtschaftliche Leben in Deutschland ein. Wirtschaftliche Unsicherheiten für Unternehmen und Privatpersonen sind eine direkte Folge. Ausgaben werden geprüft, Investitionen gestoppt oder überdacht, um Liquidität in Privathaushalten und auf Geschäftskonten zu sichern. Auch in Osnabrück werden diese Maßnahmen nicht ohne Folgen bleiben. 

Hinzukommen einschneidende Maßnahmen der Bundesregierung, die es Mietern über begrenzte Zeiträume ermöglichen, ihre Mietzahlungen auszusetzen. Welche genauen Konsequenzen das haben wird, lässt sich aktuell nicht seriös abschätzen, denn Immobilienmärkte reagieren auf wirtschaftliche Auf- und Abschwünge mit einer deutlichen Zeitverzögerung. Experten geben derzeit keine klaren Prognosen ab, wohin sich Immobilienpreise und Mieten langfristig bewegen werden.

Dagegen sind sich die deutschen Wirtschaftsweisen sicher, dass wir in Kürze eine Rezession zu erwarten haben. Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Unternehmensauflösungen und -insolvenzen, Verkäufe von Privat- und Gewerbeimmobilien werden in diesem Szenario wahrscheinlicher. Der bisherige Anstieg der Immobilienpreise ist aktuell erst einmal zum Stillstand gekommen – und auch ein Absinken liegt im Bereich des Möglichen.

Immobilien bleiben trotz Rezession gefragt

Dennoch, ein Signal für eine radikale Kehrtwende auf dem deutschen Immobilienmarkt mit sinkenden Preisen und Mieten ist das nicht. Drei Gründe sprechen dagegen:

  • Es gibt weiterhin kein Überangebot am Markt. Gerade einmal drei Prozent aller Wohnungen stehen bundesweit leer, ein historischer Tiefstand. Viele Neubauprojekte sind zu großen Teilen bereits vor Baubeginn verkauft oder vermietet. Der Bedarf bleibt langfristig groß und der Immobilienerwerb mangels anderer Alternativen und des offensichtlichen Zusammenbruchs z.B. der Aktienmärkte für viele Privathaushalte die einzige Option, Vermögen für das Alter anzusparen.
  • Die Finanzierungsbedingungen bleiben günstig. Die geldpolitischen Lockerungen der Europäischen Zentralbank, insbesondere die ausgeweiteten Anleihekäufe, werden die Zinsen auf absehbare Zeit niedrig halten. Hinzu kommt der Wille der Bundesregierung, liquiditätssichernde Maßnahmen und Sonderprogramme ggf. auch zum Wohnungsbau unbegrenzt auf- und fortzusetzen, sollte dies geboten und erforderlich sein.
  • Die meisten Immobilienkäufer haben ihre Vorhaben weitsichtig finanziert. Kunden, die im Februar ein Darlehen abgeschlossen haben, sicherten sich ihre Zinsen durchschnittlich für annähernd 14 Jahre und tilgen in diesem Zeitraum fast durchweg drei Prozent ihres Kredits pro Jahr. Obwohl Bankkunden infolge steigender Preise höhere Darlehen aufnahmen, blieb der Anteil des Eigenkapitals mit 20 Prozent stabil.

So ist Stand heute zwar davon auszugehen, dass die Coronakrise den Immobilienmarkt in Osnabrück ausbremsen, vielleicht sogar ins Schleudern bringen wird. Anzeichen für einen Crash oder Absturz des Marktes gibt es jedoch nicht. Wohl aber dafür, dass ein Boom endet, der jetzt über elf Jahre angehalten und noch im letzten Jahr bundesweit Investitionen von mehr als 300 Milliarden Euro aufgesogen hat. Immobilien bleiben auch in Zukunft gefragt.

Folgen für den Osnabrücker Immobilienmarkt

Die Folgen der Coronakrise sind langsam auch für die GIVOS spürbar. So werden weniger Immobilien nachgefragt und damit auch verkauft, der Osnabrücker Immobilienmarkt befindet sich aktuell in einer Wartestellung und ist quasi eingefroren. Verkäufer und Käufer sind derzeit mit anderen Themen beschäftigt.

Dennoch nehmen wir im Bestandsimmobilienbereich weiter Aufträge an und bereiten diese für eine professionelle Vermarktung auf, um sie dem Markt zur Verfügung zu stellen.

Dieser Aufbereitungsprozess und die Vermarktung gestalteten sich allerdings schleppender als zuvor, da notwendige Unterlagen nicht termingerecht bereitgestellt werden können und Besichtigungen zurzeit nur unter erschwerten Bedingungen sowie unter ausschließlicher Zustimmung aller Beteiligten durchzuführen sind.

Zwar werden die sich in der Projektierung oder im Bau befindenden Neubauprojekte unserer Kunden fortlaufend weiterbearbeitet, Termin- und Kostensicherheit sind jedoch auch hier nur schwer oder gar nicht zu halten. Personal- und Materialausfälle sowie Terminverschiebungen erschweren die Arbeit. Alle Beteiligten warten ab, wie es weitergehen wird.

Das dürfte sich ändern, sobald die Folgen des Corona-Shutdowns spür- und sichtbar werden. Wir rechnen nach einer Schockfrist ab dem dritten Quartal des Jahres 2020 mit einem langsamen Anstieg des Angebots von Immobilien bei einem vergleichbaren Preisniveau der Immobilien- und Grundstückspreise wie vor der Krise. Nach der Finanzkrise im Jahr 2008 haben sich die Immobilienpreise im Bundesschnitt um ca. 150 Prozent erhöht. Diese Entwicklung wird sich nach der Coronakrise wohl nicht wiederholen, darüber sind sich die meisten Experten zurzeit weitgehend einig.

Schwerer als bisher dürfte es die hochpreisigen Wohn- und Gewerbeimmobilien treffen, traditionell nicht der Vermittlungsschwerpunkt der GIVOS. Die GIVOS erwartet, dass sich die Vermarktung von Bestandsimmobilien in Osnabrück sowie im Osnabrücker Umland noch vor den Sommerferien belebt und bis zum Jahresende wieder das Niveau vor Coronakrise erreichen wird. Diese Einschätzung wird genährt aus dem positiven Feedback unserer Kunden auf Verkäuferseite, die uns weiterhin Ihre Immobilien zur Vermarktung anvertrauen. Zugleich signalisiert und auch die Nachfrageseite weiterhin Interesse an Immobilien.

Deutlich verstärken dürfte sich somit angesichts eines steigenden Angebots und eines weiterhin bestehenden großen Bedarfs das Vermittlungsgeschäft von mittelpreisigen Wohnimmobilien sowie integrierten Immobilienprojekten mit einem klaren Fokus auf Wirtschaftlichkeit und Preisattraktivität. Hier setzt die GIVOS seit einiger Zeit deutliche Akzente bei der professionellen Vermarktung im Bestandsimmobilienbereich, aber auch von Projektentwicklungen im Wohnungsneubau.

Fazit

Sowohl für den Osnabrücker Eigennutzer als auch für den Osnabrücker Investor bleibt die Immobilie angesichts mangelnder anderer Anlageformen absehbar attraktiv. Wohnraum gilt es weiterhin auszubauen, staatliche Förderprogramme werden hier ansetzen und ggf. deutliche Impulse setzen.

Für die GIVOS ergibt sich aus ihrer besonderen Position als Tochter der Volksbank Osnabrück eG die Möglichkeit, den durch die Coronakrise ausgelösten Wandel aktiv mitzugestalten und nahe an der Bank sowie an unseren Kunden Immobilien zu vermarkten, die den neuen Gegebenheiten angepasst, Akzente setzen.

Die GIVOS bleibt damit trotz marktlicher Veränderungen und variierender Immobilienpreise langfristig ein professioneller Partner in der erfolgreichen Immobilienvermittlung sowie als Erschließungsträger für Neubaugrundstücke.

Karl-Heinz Pricking

 

 

 

 

 

 

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